Der Marsch der Mineros nach La Paz und zurück

Bolivien ist das materiell ärmste Land Lateinamerikas. Und Potosí ist eine bolivianische Großstadt, zwischen 3.976 m und 4.070 m Seehöhe auf der Hochebene des Altiplano gelegen, wird sie zuweilen als höchstgelegene Großstadt der Welt bezeichnet. Durch die Höhenluft ist die örtliche Vegetation kärglich, steppenähnlich. Tagsüber spendet die Höhensonne Wärme, doch nachts fallen die Temperaturen selbst im Sommer, der Regenzeit, oft unter den Gefrierpunkt. Die Wintermonate bringen oftmals Wassermangel mit sich.

Was bewegte Menschen vor beinahe 500 Jahren dazu, den Überlebenskampf mit den Lebensbedingungen Potosís aufzunehmen?

Im Falle Potosís liegt die Antwort am Grunde einer noch lebensfeindlicheren Umgebung, den Stollen des Silberminenbergbaus unter Tage.

(…)

Die Bilanz des Cerro Rico bis zum heutigen Tag ist bitter. Tausende Stollen durchlöchern den Berg. Es wird geschätzt, dass die Arbeit im Berg 8.000.000 indigene mineros (Minenarbeiter) das Leben gekostet hat. Aufgrund dieser unglaublichen Zahl wird der Berg “Cerro que come hombres” – zu deutsch: “Der Berg, der Menschen isst” – genannt.

(…)


_ zum Archiv
_ Inhaltsverzeichnis